Der Stendaler Roland
2025 markiert ein Jubiläum für unseren Roland und wird mit einem großen Fest gefeiert.
Bereits im 12. Jahrhundert sprechen wir für Stendal von der eigentlichen Stadtwerdung und damit einhergehenden Privilegien nach Magdeburger Recht. 1488 hatte Stendal unter Landesherrn Johann Cicero (reg. 1486 - 1499) infolge des Bierziese-Aufstands seine Eigenständigkeit und einige Privilegien eingebüßt. Der Stendaler Roland wurde 1525, während der Regentschaft des darauffolgenden Kurfürsten Joachim I. (reg. 1499 - 1535) errichtet. Unter Kurfürst Joachim I. verbesserte sich das Verhältnis Stendals zur Obrigkeit wieder zusehends, sodass ab 1517 erneut das obere und niedere Gericht innerhalb der Stadtmauern zugesprochen wurde – gegen Zahlung von 60 Gulden jährlich. In Quellen werden Rolande grundsätzlich immer wieder als „signa libertatis“ bezeichnet, also als Zeichen der Freiheiten. So wundert es nicht, dass die Stendaler nach erfolgter Rückgewinnung essentieller Stadtrechte einen steinernen Roland aufstellten.
Häufig besaßen Städte zunächst ein hölzernes Standbild, ehe eine steinerne Version die Repräsentation übernahm. Ob Stendal bereits vor 1525 einen Roland besaß, ist nicht überliefert, jedoch durchaus möglich.
Unter Verwendung von Originalteilen wurde die heutige Kolossalfigur im Jahre 1974 von der Bildhauerwerkstatt des damaligen VEB Denkmalpflege in Magdeburg an ihrem ursprünglichen Standort von Neuem errichtet. Nötig wurde dies vor allem, da im November 1972 ein Orkan über Stendal wütete und das Original endgültig in seiner Standfestigkeit bedrohte. Errettete, aber nicht wiederverwendete, Überreste des Originals befinden sich in der Dauerausstellung des Altmärkischen Museums, der Torso samt Kopf hat im angeschlossenen Musikforum Katharinenkirche seinen Platz gefunden.
Den Stendalern ist ihr Roland besonders lieb und teuer – so wurde er immer wieder restauriert (1698, 1837, 1902, 1926, 1938 und 2014) und genießt sogar seit 1967 als stiller Schirmherr sein ganz persönliches Stadtfest: das Stendaler Rolandfest.
Rolands Steckbrief:
| „Geburtsjahr“: | 1525 |
| Material: | Sandstein |
| Maße: | Sockel: 1,11 m |
| Scheitelhöhe: 6,59 m | |
| bis Federspitze: 7,07 m | |
| bis Schwertspitze: 9,43 m | |
| Rüstung: | Riefelharnisch in typischer Gestalt aus der Zeit ca. 1510 – 1535 |
| Wappenschild: | zeigt städtisches Wappen mit brandenburgischem Adler und ausgezackten Quadraten unter dessen Fängen |
| Kette: | stellt St. Georg als Drachentöter dar |
| Kopfschmuck: | gewundene Binde im lockigen Haupthaar mit Federbausch |
| Schwert: | erhobenes, entblößtes Schwert ist über 4 m lang als Machtsymbol |
Wusstest du, dass ich die längsten Füße in ganz Stendal habe?
⇒ Mit ca. 70cm Länge habe ich Schuhgröße 105.
Wusstest du, dass man mir eine eigene Hymne geschrieben hat?
⇒ Schau doch mal im Reiter „Kunst und Sagen“ vorbei.
Wusstest du, dass ich eine eigene Ausstellung bekomme?
⇒ Im Sommer 2025 findest du tolle Kunstwerke im Uenglinger Tor.
Wusstest du, dass ich an einer Säule lehne und darauf mehrere Narrenfiguren sind?
⇒ Schau doch mal im Reiter „Kunst und Sagen“ vorbei.
Wusstest du schon, dass es Roland wirklich gab und wann er gelebt hat?
⇒ Schau doch mal im Reiter „Geschichte und Ursprung“ vorbei.
Wusstest du, dass es Kunst im öffentlichen Raum gibt, die an meine Aufstellung erinnert?
⇒ Schau doch mal im Reiter „Kunst und Sagen“ vorbei.



